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Artikel vom 10.03.2010 aus der Mitteldeutschen Zeitung (Ausgabe Köthen)

Nässe wird für Friedhöfe zum Problem

In Ruhestätten verwesen die Körper der Verstorbenen nicht richtig
Ein ungewöhnliches Problem müssen die Köthener Stadträte in ihrer nächsten Sitzung Mitte April behandeln: Auf den Friedhöfen der Köthener Ortsteile Klepzig und Zehringen verwesen sterbliche Überreste nicht - oder zumindest nicht richtig. Der Grund: Die Särge liegen vollständig oder zeitweilig im Grundwasser.

Ein Gutachten, das die Stadt im Juli 2009 für beide Ruhestätten in Auftrag gegeben hatte, bestätigt inzwischen schlimme Befürchtungen: Die Friedhöfe eignen sich nicht, weil das Grundwasser zu hoch steht. Der Grundwasserspiegel müsste demnach bei rund 2,50 Metern unter der Erdoberfläche liegen. In Klepzig aber schwankt er laut dem Gutachten zwischen 1,19 und 1,39 Meter, in Zehringen zwischen 1,21 und 1,76 Meter. Eine normale Durchlüftung des Bodens findet so nicht statt. Sauerstoffzufuhr und Gasaustausch sind unzureichend. Die sterblichen Überreste verwesen nicht, das Körperfett der Verstorbenen wird zu einer beständigen Schutzschicht. Deshalb erscheinen die Körper auch nach Jahren wachsartig konserviert.

Und nicht nur das: Als Folge ist das Grundwasser nach Ansicht des Gutachters belastet. Der Bleigehalt liege über der Geringfügigkeitsschwelle. Auch andere Werte seien auffällig. Geht es nach den Mitgliedern des Köthener Sozialausschusses, müssten die beiden Friedhöfe für Erdbestattungen geschlossen werden. Sie sollen nur noch für Urnenbestattungen genutzt werden dürfen. Damit erteilte der Ausschuss dem Vorschlag des städtischen Grünflächenamtes teilweise eine Absage. Nach dessen Vorstellungen hätte der Zehringer Friedhof vollständig geschlossen werden sollen. Den Argumenten aus dem Amt folgten die Ausschussmitglieder jedoch vor allem aus Pietätsgründen nicht.

"Bis zu 40 Prozent der deutschen Friedhöfe sind von dem Problem der so genannten Wachsleichen betroffen", sagt der Obermeister der Bestatterinnung Sachsen-Anhalt, Wolfgang Ruland. In Sachsen-Anhalt seien jedoch nur Einzelfälle bekannt - auch, weil Feuerbestattungen hier "bei weitem" überwiegen. Bundesweit werden Feuer- und Erdbestattungen indes etwa gleich oft gewählt. "Wenn ein Friedhof angelegt wird, muss zunächst die Bodenbeschaffenheit geprüft werden", so Ruland. "Ist der Boden geeignet, richten sich die Liegezeiten, die die Gemeinden festlegen, nach dessen Zusammensetzung und Feuchtigkeitsgehalt." Auf einigen Friedhöfen werden unterirdische Drainagen zur Entwässerung des Bodens verlegt. Auch Grabkammersysteme können eine Lösung sein, sagt er.

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