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Artikel aus MZ Bernburg

Klassische Friedhöfe bekommen Konkurrenz von sogenannten Friedwäldern.

Letzte Ruhe im Schatten der Bäume
Noch dominieren auf den sachsen-anhaltischen Friedhöfen Urnenbeisetzungen, doch es gibt auch einen Trend zu Bestattungen inmitten der Natur - in sogenannten Friedwäldern. Der erste Friedwald im Land wurde 2008 auf einem 118 Hektar großen naturbelassenen Gelände bei Oranienbaum (Kreis Wittenberg) angelegt. Das Areal befindet sich mitten im Dessau-Wörlitzer Gartenreich. "Die Nachfrage nach dieser Form der Bestattung ist groß", sagt die Sprecherin der Friedwald GmbH, Corinna Brod.

Die Asche von rund 200 Menschen sei bisher in Oranienbaum in biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumenversenkt worden. Etwa 800 Männer und Frauen hätten sich hier bislang und damit bereits zu Lebzeiten per Vertrag ihre letzte Ruhestätte gesichert. Die Waldabschnitte von Friedwäldern, in denen meist Eichen und Buchen stehen, sind nach Branchenangaben durch langjährige Nutzungsvereinbarungen gesichert.

70 000 Buchungen für Friedwälder

Statt eines Grabsteins gibt es eine Namensplakette am jeweiligen Baumstamm, aber auch anonyme Beisetzungen sind möglich. In den deutschlandweit 34 Friedwäldern des Unternehmens seien bislang die Urnen von 17 000 Menschen bestattet worden, 70 000 Menschen haben Friedwald-Bäume als Bestattungsort bereits "gebucht".

Der zweite Friedwald Sachsen-Anhalts wurde im Vorjahr bei Falkenstein im Harz freigegeben, verwaltet von der Ruhe-Forst GmbH. Das 20 Hektar große Gebiet ist nach Angaben der Firma der erste kirchliche Naturfriedhof in den neuen Bundesländern. "Bislang wurden 56 Urnen beigesetzt, und 390 Menschen haben sich einen Platz vormerken lassen", sagt der für die Pflege des Waldabschnittes zuständige Förster Ralf Ziesenhenne. Im Unterschied zu weltlichen Friedwäldern gebe es hier keine anonymen Bestattungen.

Natürlich könnten auch Konfessionslose oder Angehörige anderer Religionen einen Bestattungsplatz kaufen. Die beiden Firmen Friedwald GmbH (Griesheim/Hessen) und Ruhe-Forst GmbH (Hilchenbach/Nordrhein-Westfalen) zählen in Deutschland zu den größten Anbietern von Naturbestattungen.

Mehr Feuerbestattungen

In Sachsen-Anhalt liegt der Anteil der traditionellen Feuerbestattungen dennoch zwischen 80 und 90 Prozent, sagt Obermeister Wolfgang Ruland von der Landesinnung der Bestatter. Ein Grund dafür seien die Kosten: "Seit dem Wegfall des Sterbegeldes 2005 können sich viele Menschen eine Beerdigung einfach nicht mehr leisten." Während ein Feuerbegräbnis im Durchschnitt 2 000 Euro koste, liegen die Preise für Erdbestattungen bei 3 000 bis 4 000 Euro, rechnet Ruland vor.

Laut Bundesverband Deutscher Bestatter in Düsseldorf wird derzeit rund die Hälfte der Toten in Deutschland eingeäschert. "Vor 20 Jahren lag der Anteil der Erdbestattungen noch bei 70 Prozent", sagt Verbandssprecherin Kerstin Gernig. Die meisten Urnen werden auf Friedhöfen beigesetzt.

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