Bestatterinnung Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt

Krematorium

Geschichtliche Entwicklung

In Mitteleuropa war mit der Ausbreitung des Christentums der Brauch der Leichenverbrennung sukzessiv verschwunden. Mit dem Anwachsen der Großstädte wurde vielerorts der Platz auf den Friedhöfen knapp. Die Technische Entwicklung erlaubte es im 19. Jahrhundert erstmals, die Einäscherung quasi technisch abzuwickeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Feuerbestattungsvereine, Kremation wurde öffentlich, zwar kontrovers, aber eben als eine Bestattungsform diskutiert.

Das erste Krematorium im deutschsprachigen Raum wurdfe 1878 von Julius Bertuch und Carl Heinrich Stier auf dem Gothaer Hauptfriedhof erbaut. Die Thüringer Residenzstadt im damaligen Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha galt als liberal und fortschrittlich, so gab es dort von seiten des Herzogs Ernst II. und der Landeskirche weniger Widerstand bei der Einführung der als sehr modern geltenden Feuerbestattung als in anderen deutschen Staaten.

Die erste Einäscherung im Gothaer Krematorium - und damit die erste in Deutschland - fand am 10. Dezember 1878 statt. Es handelte sich um den Erbauer des Krematoriums, den Zivilingenieur Carl Heinrich Stier. Er war jedoch bereits ein Jahr vor der Fertigstellung verstorben. So verfügte er in seinem Testament die Einäscherung seines Leichnams nach Inbetriebnahme des Krematoriums. Seine Leiche wurde daher in einem versiegelten Metallsarg nur vorläufig beigesetzt, um dann den Flammen übergeben zu werden. Stier war der einzige in Gotha und einer der wenigen, für die Bestattungen nach beiden Arten stattfanden.

Im Jahre 1878 blieb es bei dieser einen Verbrennung, 1879 fanden 17 Einäscherungen statt. In den folgenden Jahren wurden immer mehr Tote aus allen Teilen Deutschlands ins Gothaer Krematorium gebracht. Bis zum 10. Dezember 1882 wurden 100 Verbrennungen vorgenommen: von den Toten waren bis dahin 70 evangelischer, 12 katholischer, 5 jüdischer Konfessionszugehörigkeit; bei 13 fehlte die Angabe zur Konfession. Erst 1891 (13 Jahre nach Inbetriebnahme des Gothaer Krematoriums) ging in Heidelberg das zweite deutsche Krematorium in Betrieb und ein Jahr später in Hamburg das dritte. 1910 waren dann bereits mehr als 20 Krematorien in Deutschland errichtet.

Wegen religiöser Bedenken gegen die Feuerbestattungen waren die ersten Krematorien in orientalischem Baustil gehalten, erst 1903 entstand auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe ein Krematorium im Erscheinungsbild eines mitteleuropäischen Sakralbaus.

In der Schweiz wurde erstmals 1889 auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich ein Krematorium in Betrieb genommen. Dabei wurde auf bauliche Ausschmückungen geachtet, um den Toten Respekt zu erweisen. Im katholischen Österreich wurde das erste Krematorium dagegen erst 1922 am Wiener Zentralfriedhof gegen den Widerstand der Kirche eröffnet.

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